Und so stehen nun auch die Bühnen und Leinwände fürs Public Viewing – in Salzburg z.B. mitten in der historischen Altstadt. Und weil die Stadien in Österreich schon so klein sind, haben sich die Veranstalter gedacht, schauen wir doch, dass die Public Viewing Plätze sich diesen anpassen und nicht größer werden.
Mit Ausnahme von Wien. Hier geht es natürlich auch nicht ohne Murren bzw. Granteln – wie der Österreicher sagt – der Anwohner. Einige schöne und große Plätze finden sich in der Hauptstadt für das gemeinsame Fußballschauen. Leider wurde auf der Donauinsel das geplante Event abgesagt.
Die kleinen EM-Städte bieten nur wenig Platz. Klagenfurt maximal 28.000 Zusehern, Salzburg erlaubt 25.000 Menschen bei diesem Spektakel dabei zu sein und trotz schöner Lage toppt Innsbruck alles. Hier können am Bergisel gerade einmal 15.000 Menschen den Spitzenleistungen der Heimelf zuschauen. Gut, dass sich England nicht qualifiziert hat. Bei geschätzten 7.000 Tickets fürs Stadion, die an die jeweiligen „Fangruppen“ (bzw. Ausgelosten „zur Euro geh ich auch mal ins Stadion“-Leuten) herausgegeben wurden, hätten unsere Freunde von der Insel an jedem Spieltag alle drei Städte gleich alleine voll gemacht. Mal sehen wie viele Deutsche den Sprung über die Grenze wagen. Aber auch die Portugiesen haben einige feierlustige Anhänger mit dabei. Beim ersten öffentlichen Training kamen 12.000 Fans. Auch wenn sie in der Schweiz spielen, zum Vergleich, in Innsbruck hätten dann noch knapp 3.000 Einheimische Platz.
Schwaches Rahmenprogramm
Natürlich ist man sich von Veranstalterseite nicht ganz sicher, ob die 3.000 auch alle für so ein Event wie die Euro kommen würden. Deshalb gibtâ019s als Rahmenprogramm auch gleich ein Schanzen-Matten-Springen. Das Rahmenprogramm hat es auch in Salzburg in sich. Am 28. Juni – also 12 Tage nach dem Ausscheiden des Gastgebers – kommt die Lungauer Bigband. Ein echter Leckerbissen. Die Kastelruther Spatzen waren den Veranstaltern wahrscheinlich ein bisserl zu international.
Es wird eng
Bis zum 28. Juni braucht man sich um Platzprobleme dann auch bei gesichertem Scheitern der Österreicher in der Vorrunde auch keine Gedanken mehr zu machen. Höchstens wenn die feiernden Deutschen schnell mal über die Grenze kommen wollen, um in der Mozartstadt das Endspiel mit der eigenen Mannschaft zu sehen. In der Vorrunde dagegen könnte es vor allem in Salzburg ganz schön eng werden. Bei dem ohnehin begrenzten Raum auf den drei kleinen Plätzen (wovon auf dem Mozartplatz gar keine Leinwand steht) hat sich der Veranstalter putzigerweise einfallen lassen, derart viele weiße Zelte aufzustellen, dass die Stehfläche noch einmal halbiert wird. Gut gemacht. Man weiß auch gar nicht ob es sich dort um Public Viewing oder einen lustigen Werbe-Parcours handelt. Alle Sponsoren haben gefühlt so viel Platz bekommen, wie die anderen 25.000 Menschen, die dann ihre Produkte kaufen sollen. Nein, Verzeihung, die sich dort ein Fußballspiel ansehen wollen.
Am gestrigen ersten Tag der EURO wäre man in Salzburg allerdings auch mit weniger als der Hälfte des Platzes ausgekommen. Zumindest bei dem Spiel um 18 Uhr hielt sich das Interesse sehr in Grenzen. Das zweite Spiel Portugal gegen die Türkei wurde dann – in Salzburg – schon recht ordentlich besucht. Die Spiele heute von Österreich und Deutschland versprechen (aus der WM06-Erfahrung) den Rahmen zu sprengen.
Das Problem mit dem Bier
Platzprobleme sind also vorprogrammiert, dass das Bier ausgeht, wohl eher nicht. Erstens darf der ortsansässige Bier-Riese beim Public Viewing natürlich kein Bier anbieten. Und das passt den meisten Salzburgern überhaupt nicht, dass sie nicht ihr gewohntes Bier zu den Spielen genießen dürfen. Und der auswärtige Anbieter hat sich gedacht: Wenn ich hier schon mein Bier und nicht das Salzburger Bier verkaufe, dann passe ich mich wenigstens preislich den Salzburger Verhältnissen an – und setze noch einen drauf. Der Becher Bier kostet 4,20 EUR. Na dann Prost. (nh)
Verfasst von nils07
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