Nicht einmal das Halbfinale gegen Italien vor zwei Jahren bei der eigenen WM kann man mit der Anspannung heute – einen Tag vor dem Spiel des Jahrtausends – vergleichen.
Hilfe, die Ösis kommen
Jetzt kommen im letzten und entscheidenden Gruppenspiel ausgerechnet die torgefährlichen Österreicher. Das Team der Extraklasse ist gespickt mit Einzelkönnern und darüber hinaus von Hickersberger zu einem hervorragend funktionierenden Kollektiv geformt worden. Die Österreicher sind schon jetzt stärker als der deutsche Europameister von 1996, wo auch die „Mannschaft der Star“ (Zitat Berti Vogts) war.
Internationale Topstars bei Österreich
Gegenüber dem Deutschen Team, in dessen Kader sich damals nur namenlose Spieler wie Klinsmann, Bierhoff, Möller und zum Beispiel Sammer befanden, haben die Österreicher internationale Topstars wie Harnik, Aufhauser, Standfest, Linz und den absoluten Megastar Ivica Vastic in ihren Reihen.
Österreicher unbezahlbar
Allein wenn man den Marktwert der beiden Teams miteinander vergleicht, muss den Deutschen ganz schwindlig werden. Bei geschätzten 234 Millionen € für alle Deutschen Spieler, bringt der Österreichische Kader stolze 44 Millionen € auf die Waage. Das ist insgesamt so viel wie für Michael Ballack und Miroslav Klose zusammen.
Deutsche haben die Hosen voll
Da Geld aber bekanntlich keine Tore schießt, „scheißen sich die Deutschen schon jetzt die Hosen voll“, wie es Martin Harnik passend ausgedrückt hat.
Man mag sich wirklich gar nicht vorstellen, was am Montag passiert. Schon im letzten Vergleich war es eine so immens knappe Begegnung. Im Februar dieses Jahres machte Österreich ein richtig gutes, Deutschland dagegen ein sehr schlechtes Spiel. Netzer sah bei seinem Fazit in der ARD die schlechteste Halbzeit einer Deutschen Nationalmannschaft seit Jahren. Das Spiel endete 3:0 – für Deutschland.
Nicht auszudenken, was passiert, wenn Deutschland ein richtig gutes und Österreich ein normal schlechtes Spiel abliefert.
Armin Veh, Ballack, Kuranyi und Gomez haben eine Riesenangst vor den Österreichern
Wie groß die Angst der Deutschen tatsächlich ist, zeigte schon Armin Veh in dem nun aktueller den je wirkenden Werbespot für einen Joghurt- und Quark- (ich meine natürlich Topfen-) Produzenten. (Zu YOUTUBE hier klicken -> http://de.youtube.com/watch?v=Irjp_oGJhNE )
Von Fliegenfängern, Flasche-leer-Regisseur und Trainer-Abschuss-Kandidaten
Nicht nur aufgrund des überragenden 1:1 – „Sieges“ der Österreicher gegen Polen wird es jetzt eng für Deutschland. Die österreichische Presselandschaft zeigt Deutschland gnadenlos seine Schwachpunkte auf. Angefangen von „Fliegenfänger“ Lehmann, über die „Emmentaler-Abwehr“ bis zu „Regisseur Flasche leer“ (Ballack) und dem „Trainer-Abschuss-Kandidat“ (Löw) muss Deutschland wirklich Angst und Bange werden.
Krankl findet überzeugende Gründe für österreichischen Sieg und fiebert mit, Hurra
Außerdem nennt „I wird narrisch“ – Legende Krankl sechs Gründe, warum man Deutschland schlagen kann – und wird.
Besonders überzeugend sind dabei drei Argumente: „Weil die Mannschaft Geschichte schreiben kann“, „weil wir topfit sind“ und „weil wir zu Hause spielen“. Diese stichhaltigen Tatsachen sind natürlich überzeugend und in höchstem Maße Angst einflößend, nicht nur weil gerade die Deutsche Mannschaft doch meist als eine konditionell recht schlecht eingestellte Mannschaft gilt.
Er hätte auch keine Probleme damit, wenn die heutige Spielergeneration mit einem Sieg über das deutsche Team und dem möglichen Viertelfinaleinzug das „Wunder von Cordoba“ übertreffen würde. „Sie sollen Cordoba auslöschen. Cordoba soll vergessen werden. Hurra. Ich fiebere mit, ich bin dabei“, erklärte der ehemalige österreichische Teamchef.
Heimvorteil auch für Deutschland?
Seine Aussicht auf das Spiel gegen Deutschland im Wiener Ernst-Happel-Stadion: „Der Heimvorteil war gegen Kroatien und Polen schon gewaltig. Aber die Deutschen wird er am Montag erdrücken.“
Genau, der Heimvorteil: Der war nämlich gegen Kroatien schon so erdrückend, dass die gleiche Zeitung (Österreich), für die Krankl seine Kolumnen schreibt, am Montag nach dem ersten Spiel titelte: „Böse Überraschung. Mehr Kroaten als Österreicher im Stadion. Österreich hatte ein Auswärtsspiel.“
Es würde daher auch nicht verwundern, wenn die Deutschen Fans es ebenso geschafft hätten mehr Tickets als die Österreicher für das Entscheidungsspiel zu ergattern. Zum Public Viewing in Wien haben sich bereits 40.000 Deutsche angemeldet. Und wenn die Überlegenheit dann nicht nur auf den Rängen im Stadion, sondern wie zu erwarten ist, auch auf dem Spielfeld um sich greift, schrumpft am Ende vielleicht auch wieder die Angst der Deutschen vor der Fußball-Großmacht in rot-weiß-rot.
Besser schon vorher feiern
Die Wiener Zeitung sieht das Duell im Gegensatz zum Boulevard jedoch etwas realistischer. Sie empfiehlt den Fans schon mal vorher zu feiern. „Man feierte das unverhoffte Remis, als wäre es ein Sieg gewesen, man feierte einander und vor allem das Entscheidungsspiel gegen Deutschland. Besser man feiert es vor, da ist man auf der sicheren Seite.“ So weiß auch Josef Hickersberger bei all der Angst und Schrecken, die und den die Österreicher verbreiten, dass das Spiel nicht einfach wird.
Und in seiner Begründung, warum es nicht einfach wird, ist der erfahrene Trainer auch um einiges klüger als sein junger (0 – Tore -) Schützling Harnik.
Eine Nacht darf noch geträumt werden
„Deutschland ist eben Deutschland.“ Und da der dreifache Welt- und Europameister nur sehr selten entscheidende Partien zu verlieren pflegt, bleibt den Österreichern dann wohl doch nur der Traum vom „Wunder von Wien“ – noch ganz genau eine Nacht.
Fan-Fotos vor dem Showdown:
http://www.fussballwahnsinn-oesterreich.at/index.php?option=com_imagebrowser&folder=Vorschau+zum+Showdown&Itemid=58
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