Hansi, flick! Für den „Flick“flack vor Freude!

Juni 19, 2008
Das traf den DFB gestern wie ein schwerer Schlag in die Magengrube. Jogi Löw ist gegen Portugal gesperrt und kann nicht aktiv in das Spielgeschehen eingreifen.

Hansi, wer?

Somit muss diese Aufgabe nun sein Assistenztrainer Hansi Flick übernehmen.
Hansi, wer? Das hat sich gestern Abend nicht nur Günter Netzer kurzzeitig gefragt, als ihm in der Analyse nach dem Russland-Spiel kurz der Name nicht einfiel.
Hier konnte Gerhard Delling helfen. Der gemeine Zuschauer ist dagegen heute am Abend mehr auf sich allein gestellt und unter Umständen ein wenig irritiert, wer da die Hauptverantwortung für unseren geliebten Fußball trägt.

Kein Klinsi, kein Jogi: Der Hansi

Vor allem die „Ich-guck-nur-mal-zur-WM-oder-EM-Fußball“-Zuschauer werden sich also heute Abend nicht nur fragen: „Wo ist denn der Klinsi?“
Jetzt steht da noch nicht mal der Jogi an der Linie, sondern der Hans Dieter Flick.
Glücklicherweise ist aber auch er, der Hansi, mit einem Diminutiv, also einer Verniedlichungsform seines Namens ausgestattet. Und somit trägt auch Hansi das Prädikat „Bildzeitungstauglich“ und ist für die Zuschauer leicht einprägsam.

Ehemaliger Chef von Hoffenheim und Assistent von Loddar und Govanni bei Salzburg

Der ehemalige Cheftrainer von der TSG Hoffenheim und Assitenztrainer von Lothar Matthäus und Giovanni Trappatoni bei Red Bull Salzburg bringt aber schon – allein wegen seinem Namen – große Hoffnung mit in diese Aufgabe.

Denn so rufen wir ihm zu: Hansi, flick!

Flick’ erstens die Löcher in der Abwehr.
Flick’ zweitens die angeschlagenen Spieler Frings und Podolski.
Flick’ Mario Gomez gleich ganz.

Und bei einem Sieg gegen Portugal machen wir dann alle einen „Flick“flack vor Freude. Vielleicht sogar Günter Netzer. Seinen Namen wird er dann aber hoffentlich nie mehr vergessen.

Wer gewinnt heute Abend? Umfrage u.v.m. auf
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Die Schweiz ist ein gutes Pflaster für deutsche Fußballwunder!

Juni 19, 2008
Deutschland verlässt am Donnerstag zum ersten Mal den österreichischen Fußballgrund, um am 29.06. genau dort wieder hinzukommen – zum Finale nach Wien. Dabei ist es gar nicht so schlecht, dass man das Viertelfinale nun in der Schweiz austrägt. Die Schweiz ist für Deutsche Fußballwunder schließlich bestens geeignet. Und nach den Leistungen im zweiten und dritten Gruppenspiel ist zu befürchten, dass die deutsche Elf schon ein kleines Wunder brauchen könnte, um gegen die Portugiesen zu gewinnen.

Wo sitzt Löw? Gibt es ein neues VIP-Ticket-Problem?

Das erste Viertelfinale gegen Portugal findet jedoch ohne Jogi Löw auf der Bank statt, der von der UEFA gesperrt wurde. Bekommt der DFB nun ein noch größeres VIP-Ticket-Problem (die Bild-Zeitung berichtete schon beim Spiel in Wien davon)? Und wird der Bundes-Jogi vielleicht sogar neben der Bundeskanzlerin sitzen? Die beiden hatten sich ja schon nach dem Ausschluss von Löw auf der Ehren-Tribüne die Hände gedrückt. Löw könnte aber auch den Platz von Schweini einnehmen, der nach der abgelaufenen Rot-Sperre wieder frei wird.

Viertelfinale ohne Österreichische Pfiffe im Stadion

Die Tatsache, dass Deutschland Österreich nun verlässt, ist in sofern vielleicht nicht so schlecht, da das Wiener Publikum einem deutschen Gegner ohnehin meist negativ gegenüber gestimmt ist. Nach dem 0:1 am Montag wäre dies sicher noch verstärkt.
Das würde ein echtes Auswärtsspiel werden und sehr konträre Stimmung gegen Deutschland bedeuten. Die Schweizer haben nicht ganz so große Vorbehalte gegen die Deutschen. Nach dem 0:4 (das den Schweizern einen Knacks gab) in der Vorbereitung ist aber auch das nicht hundertprozentig gesichert.

Vorteile für das Spiel in der Schweiz

Die Vorteile für das Spiel in der Schweiz liegen aber eigentlich auf der Hand. Die Schweiz ist nämlich kein schlechtes Pflaster für deutsche Fußballwunder wie man seit 1954 weiß. Ohne das hier weiter breit treten zu wollen – wir sind schließlich immer noch ziemlich genervt von dem unerträglichen Cordoba-Wunder-Gesäusel der Österreicher;
So wie die deutsche Elf in den bisherigen Spielen aufgetreten ist (abgesehen vom Polen-Spiel), wäre ein kleines Fußballwunder gegen Portugal schon fast nötig.

Einzelkönner könnten für die Entscheidung sorgen

Die Partie könnte sich zwischen den beiden Einzelkönnern „Capitano“ Ballack und dem portugiesischen Superstar Ronaldo entscheiden. Der Ausgang der Begegnung kann stark von der Tagesform dieser beiden Spieler abhängen.

Letzte Aufeinandertreffen endeten unteschiedlich

Bei den letzten Aufeinandertreffen gab es durchaus unterschiedliche Ergebnisse zwischen Portugal und Deutschland. Bei der WM 2006 sicherte sich Deutschland nach einem alles in allem berauschenden Turnier den dritten Platz und besiegte Portugal mit 3:1. Dabei konnte vor allem Schweinsteiger glänzen, der nun höchstwahrscheinlich auch wieder von Beginn an zum Einsatz kommt.

Bei der EM 2000 dagegen sammelte Deutschland gegen Portugal jedoch sehr unangenehme EM-Erfahrungen. Portugal schoss mit einem klaren 3:0 eine katastrophale deutsche Truppe aus dem Turnier und besiegelte damit das blamable Vorrunden-Aus der Deutschen.

Kleines Wunder in der Schweiz nötig?

Die Hoffnungen liegen für das Spiel am Donnerstag also auf einer Wiederholung der WM- nicht aber der EM-Partie. Am besten macht Deutschland es wie im Viertelfinale gegen Argentinien 2006. Die Gauchos waren sogar noch höher favorisiert als die Portugiesen und der Topfavorit der WM. Trotzdem besiegte Deutschland sie im Elfmeterschießen. Damals mit einem sehr guten Frings, der nun auszufallen droht.
Am Ende bleibt den Deutschen aber immer noch der Trumpf, dass das Spiel in der Schweiz stattfindet.

Auf ein neues Wunder – wenn auch ein kleines.

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Stimmungsbilder aus Salzburg, wie aus dem österreichischen „EM-Fieber“ „Schüttel-Frust“ wurde und vieles mehr auf:
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Die EM ist doch noch da, aber…

Juni 19, 2008

…nicht mehr lange!

Kolumne aus der EM Stadt Salzburg

Gestern war die Verwunderung nicht groß, dass kaum mehr etwas los war auf den Salzburger Straßen. Es regnete in Strömen. Die Stimmung passte sich der Österreichischen Bevölkerung an. Was heisst eigentlich der Österreichischen Bevölkerung? So schwer wiegt der Schmerz bei den Österreichern gar nicht über das Ausscheiden bei der EM. Das war ohnehin schon klar. Einzig und allein die Tatsache, dass man gegen Deutschland den Kürzeren gezogen hat, ist ein Problem für das kleine schöne Nachbarland.

Verregnet und nicht viel los

So war also gestern kaum etwas los beim Public Viewing. Platzte der Residenzplatz am Montag noch aus allen Nähten, waren es am Dienstagabend eigentlich nur vereinzelte Zuseher und einige spanische Fans. Die waren schon einen Tag vorher zu ihrem letzten Gruppenspiel, das heute Abend in Salzburg stattfindet, angereist.

Heute nur noch ein letztes Mal Stimmung?

Das Schönste ist. Es herrscht eine absolut freundliche Stimmung. Die Spanier und die Griechen (obwohl diese schon ausgeschieden sind) feiern nun schon wieder seit einigen Stunden friedlich und fröhlich und vor allem gemeinsam ein Fußballfest auf und um den Salzburger Alter Markt.

Dort, wo die Schweden letzte Woche die Party begannen, setzt sich auch heute noch einmal die schöne Seite der EM fort. Spanische Toreros und Griechen trommeln den Salzburgern noch einmal EM-Atmosphäre in ihre, ansonsten so ruhige Gassen.

War’s das dann?

Das Positive hat aber auch eine negative Seite. Es ist zu befürchten, dass das wohl leider die letzten stimmungsvollen EM-Stunden in der Geschichte Salzburg’s sein werden.

Stimmungsbilder aus Salzburg, wie aus dem österreichischen „EM-Fieber“ „Schüttel-Frust“ wurde und vieles mehr auf:
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EM-Fieber wird zu Schüttelfrust

Juni 19, 2008

Statt „Wunder in Wien“ hieß es am Montagabend „Weinen in Wien“ und in anderen österreichischen Städten und Gemeinden. Das endlich um sich greifende EM-Fieber schlug schlagartig in einen Schüttelfrust um.

Alles war angerichtet

Dabei war alles angerichtet. In seiner niederösterreichischen Heimatgemeinde Amstetten wurde schon das Hickersberger-Geburtshaus mit goldenem Schriftzug verziert. Nach Mozarts Vorbild sollten sich auch an seiner Geburtstätte von nun an und auch in 250 Jahren scharenweise Japaner – oder zumindest ein paar Europäer – vorbeischlängeln. Nach dem Elfmeter-Tor von Mittwoch begann schon eine Schokoladenfabrik mit der Produktion von Vastic-Kugeln. Nach Stürmer Linz sollte gar eine ganze Stadt benannt werden. Ach nein, die gibt es ja schon.

Piefke statt Party

Die Rahmenbedingungen hätten fast gepasst für eine große Party. Auf dem überfüllten, aber dennoch nur zeitweise stimmungsvollen Salzburger-Residenzplatz (Stimmung kam immer nur auf Kommando auf Zuruf von den Moderatoren und meist nur vor dem Spiel und in der Pause auf), drohte die große rot-weiß-rote Party durch heftig einsetzenden Regen sprichwörtlich ins Wasser zu fallen. Der Regen stoppte jedoch glücklicherweise noch rechtzeitig vor Beginn der Partie.
So war es nicht der Regen, der die Party beendete, sondern die Deutschen.

Das Erwartete trat ein

Dabei war das keine Überraschung. Nun ist nur genau das eingetreten, was vorher eh schon jeder wusste. Österreich scheitert nach der Gruppenphase und kann nach der ersten EM-Teilnahme (für die man sich übrigens auch nicht qualifizierte, da man Gastgeber war) weiterhin keine Erfolge vorweisen. Nein, ein 1:1 gegen Polen ist keine herausragende Leistung und den Roger Milla (mit Vastic also den ältesten Torschützen) einer EM zu haben, muss einem nicht unbedingt Tränen vor Glück in die Augen treiben.

Österreich stellt Rekord auf

Einen Rekord hat man aber dennoch aufgestellt. Nein, keinen Titel! Aber Österreich darf sich jetzt „schlechteste Heimmannschaft einer EM-Hauptrunde“ auf den Briefkopf schreiben.
So schlecht, wie die rot-weiß-rote Nation hat nämlich bisher noch kein Gastgeberland abgeschnitten. Nicht einmal die Schweiz und auch Belgien. Diese beiden Kandidaten, die ebenfalls als einzige Ausrichter schon in der Vorrunde scheiterten, hatten beide jeweils drei Punkte.

Deutschland passte sich Österreich an

Im entscheidenden Spiel selbst gelang es dem deutschen Team hervorragend, sich der schlechten Spielweise der Österreicher fast ausnahmslos anzugleichen. Klose und Gomez passten sich in der Chancenauswertung Harnik & Co. an. Vermutlich sparten sie sich ihre Kräfte und Tore für die nun folgenden drei Partien auf.

Capitanoâ019s Mozartkugel schlug im Kreuzeck ein

Nur Lahm gefiel mit einigen Aktionen und für den Höhepunkt sorgte „Capitano“ Ballack. Der glänzte mit seinem Freistosstor einmal richtig, als er den Österreichern eine Mozartkugel in die Maschen ballerte, die das endgültige K.O. für die Alpenrepublik bedeutete. Mit ordentlichem Schmackes – oder in dem Fall Marzipan – schlug die Kugel unhaltbar im Gehäuse fast im Kreuzeck (Winkel) über dem Ex-Lauterer-Keeper Macho ein.
Harnik, der vor dem Spiel noch getönt hatte, dass die Deutschen die Hosen voll haben, bekam von seinem Bremer Teamkollegen Frings (wobei Frings ja bei den Profis und Harnik bei den Amateueren spielt) zu Beginn der Partie erstmal richtig eine mitgegeben – und somit aufgezeigt, wer hier jedenfalls nicht die Hosen voll hatte. Die Österreicher, die ansonsten auf einen „Eiergoalie“ (Gurkentorwart) gehofft hatten, trafen diesmal auf einen soliden Lehmann.

Taktik wäre fast aufgegangen

Grundsätzlich wäre die EM-Taktik der Österreicher fast aufgegangen. Sie haben zwei Jahre in der Vorbereitung einfach so schlecht gespielt, dass man sie erstens nur unterschätzen konnte und sie sich zweitens mit der Leistung von Montag (trotz des vorzeitigen Ausscheidens) für die Steigerung fast noch feiern lassen konnten.
Insgesamt ist man bei unserem kleinen Nachbarn jetzt wieder stolz, dass man bei so einem großen Fußballfest dabei sein durfte – und mit den Großen sogar (fast) mithalten konnte (Das war ohnehin nur die Zielausgabe von Hickersberger im Vorfeld der Euro).

Bitte kein 40-Jahre nach Cordoba

Diese Tatsache sollte man in Österreich aber tatsächlich gut im Gedächtnis behalten. Wer weiß, wann sich das nächste Mal die Chance bietet, sich bei einem großen Turnier wieder einmal mit großen Mannschaften zu messen (und nicht vergessen: Da man wahrscheinlich in den nächsten Jahren nicht mehr Ausrichter sein wird, muss man sich qualifizieren). Vielleicht gelingt dies ja schon 2018 mal wieder und man trifft erneut auf die Deitschen. Aber lasst uns bitte mit dem dann 40-jährigen Jubiläum von Cordoba in Ruhe. Das hat schon jetzt mächtig genervt.

Pannini-Bilder der Österreicher mit größerem Wert als erwartet

Die allseits beliebten Pannini-Tausch-Bilder von Österreichern, auf die die Beliebtheit eigentlich nicht unbedingt zutrifft, könnten im Nachhinein (zumindest) in Österreich doch noch großen Wert erlangen. Schließlich werden es wahrscheinlich die einzigen Österreicher sein, die je bei einer EM gespielt haben.

Ausscheiden das Beste für die Alpenrepublik

Am Ende ist das Ausscheiden für Österreich aber eigentlich doch das Beste, was passieren konnte. Endlich kann man sich wieder mit gleichstarken Gegnern und Weltranglistennachbarn wie Mosambik, Thailand, Gabun oder Gambia messen.
Da könnte es unter Umständen auch eine echte Siegchance geben und nicht nur eine von den Boulevardmedien hochstilisierte.

Um Bälle kümmern, mit denen man sich auskennt

Oder man lässt das mit dem Fußballspielen am Besten gleich ganz. Erstens beginnt bald wieder die Winter- und Skisaison. Wenn man die Finger dann aber doch nicht von den Bällen lassen kann oder will, sollte man sich zumindest um die Bälle kümmern, mit denen man sich auskennt: Zum Beispiel den Opernball.

Immer wieder verliert Österreich…

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Richtig „Weinen in Wien“ – Ein Ratgeber

Juni 19, 2008

Heute Abend ist es soweit. Was zu erwarten war: Österreich scheidet bei seiner ersten und letzten EM schon nach der Vorrunde aus.

Hier gibt’s noch ein paar Tipps für unsere österreichischen Freunde mit auf den Weg, was sie beim Public Viewing auf keinen Fall vergessen sollten:

1. Taschentücher für’s Weinen in Wien.

2. Realitätssinn. Dann seid Ihr schonmal besser auf die Niederlage und das Aus vorbereitet. Bei der Boulevardberichterstattung in der Alpenrepublik hätte man in den letzten Tagen ja fast darauf kommen können, Ihr hättet eine Chance gegen die Deutschen.

3. Cordoba nicht vergessen. Es wird schließlich kein Wunder von Wien geben!

4. Deutschlandschal. Dann könnt ihr mitfeiern.

5. Nicht die Zeitungen von heute wegschmeißen. Bewahrt’ sie einfach bis 2016 oder 2020 auf. Vielleicht qualifiziert Ihr Euch ja doch mal aus eigener Kraft ohne das Turnier ausrichten zu müssen – und dann braucht Ihr das dann vierzig Jahre alte, langweilige Zeug von Cordoba nicht noch einmal aufschreiben. Da freut sich dann auch der Regenwald.

6. Schaut Euch noch mal den Hickersberger an. Nach dem Spiel wird man lange nichts mehr von ihm sehen.

7. Nicht wieder wie immer auf die Deutschen böse sein. Wir können ja nichts dafür, dass Ihr so schlecht spielt.

8. Macht es einfach wie immer bei großen Fußball-Events: Freut Euch, dass Ihr dabei gewesen seid.

Und so endet dann der Fussballwahnsinn für die Österreicher.
Hier geht’s aber weiter:

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Die Angst der Deutschen steigt

Juni 19, 2008
Die Angst geht um im Deutschen Lager. Das Match gegen Österreich ist ein von Spannung und ungeduldiger Erwartung nicht zu überbietendes Ereignis.
Nicht einmal das Halbfinale gegen Italien vor zwei Jahren bei der eigenen WM kann man mit der Anspannung heute – einen Tag vor dem Spiel des Jahrtausends – vergleichen.

Hilfe, die Ösis kommen

Jetzt kommen im letzten und entscheidenden Gruppenspiel ausgerechnet die torgefährlichen Österreicher. Das Team der Extraklasse ist gespickt mit Einzelkönnern und darüber hinaus von Hickersberger zu einem hervorragend funktionierenden Kollektiv geformt worden. Die Österreicher sind schon jetzt stärker als der deutsche Europameister von 1996, wo auch die „Mannschaft der Star“ (Zitat Berti Vogts) war.

Internationale Topstars bei Österreich

Gegenüber dem Deutschen Team, in dessen Kader sich damals nur namenlose Spieler wie Klinsmann, Bierhoff, Möller und zum Beispiel Sammer befanden, haben die Österreicher internationale Topstars wie Harnik, Aufhauser, Standfest, Linz und den absoluten Megastar Ivica Vastic in ihren Reihen.

Österreicher unbezahlbar

Allein wenn man den Marktwert der beiden Teams miteinander vergleicht, muss den Deutschen ganz schwindlig werden. Bei geschätzten 234 Millionen € für alle Deutschen Spieler, bringt der Österreichische Kader stolze 44 Millionen € auf die Waage. Das ist insgesamt so viel wie für Michael Ballack und Miroslav Klose zusammen.

Deutsche haben die Hosen voll

Da Geld aber bekanntlich keine Tore schießt, „scheißen sich die Deutschen schon jetzt die Hosen voll“, wie es Martin Harnik passend ausgedrückt hat.
Man mag sich wirklich gar nicht vorstellen, was am Montag passiert. Schon im letzten Vergleich war es eine so immens knappe Begegnung. Im Februar dieses Jahres machte Österreich ein richtig gutes, Deutschland dagegen ein sehr schlechtes Spiel. Netzer sah bei seinem Fazit in der ARD die schlechteste Halbzeit einer Deutschen Nationalmannschaft seit Jahren. Das Spiel endete 3:0 – für Deutschland.
Nicht auszudenken, was passiert, wenn Deutschland ein richtig gutes und Österreich ein normal schlechtes Spiel abliefert.

Armin Veh, Ballack, Kuranyi und Gomez haben eine Riesenangst vor den Österreichern

Wie groß die Angst der Deutschen tatsächlich ist, zeigte schon Armin Veh in dem nun aktueller den je wirkenden Werbespot für einen Joghurt- und Quark- (ich meine natürlich Topfen-) Produzenten. (Zu YOUTUBE hier klicken -> http://de.youtube.com/watch?v=Irjp_oGJhNE )

Von Fliegenfängern, Flasche-leer-Regisseur und Trainer-Abschuss-Kandidaten

Nicht nur aufgrund des überragenden 1:1 – „Sieges“ der Österreicher gegen Polen wird es jetzt eng für Deutschland. Die österreichische Presselandschaft zeigt Deutschland gnadenlos seine Schwachpunkte auf. Angefangen von „Fliegenfänger“ Lehmann, über die „Emmentaler-Abwehr“ bis zu „Regisseur Flasche leer“ (Ballack) und dem „Trainer-Abschuss-Kandidat“ (Löw) muss Deutschland wirklich Angst und Bange werden.

Krankl findet überzeugende Gründe für österreichischen Sieg und fiebert mit, Hurra

Außerdem nennt „I wird narrisch“ – Legende Krankl sechs Gründe, warum man Deutschland schlagen kann – und wird.
Besonders überzeugend sind dabei drei Argumente: „Weil die Mannschaft Geschichte schreiben kann“, „weil wir topfit sind“ und „weil wir zu Hause spielen“. Diese stichhaltigen Tatsachen sind natürlich überzeugend und in höchstem Maße Angst einflößend, nicht nur weil gerade die Deutsche Mannschaft doch meist als eine konditionell recht schlecht eingestellte Mannschaft gilt.

Er hätte auch keine Probleme damit, wenn die heutige Spielergeneration mit einem Sieg über das deutsche Team und dem möglichen Viertelfinaleinzug das „Wunder von Cordoba“ übertreffen würde. „Sie sollen Cordoba auslöschen. Cordoba soll vergessen werden. Hurra. Ich fiebere mit, ich bin dabei“, erklärte der ehemalige österreichische Teamchef.

Heimvorteil auch für Deutschland?

Seine Aussicht auf das Spiel gegen Deutschland im Wiener Ernst-Happel-Stadion: „Der Heimvorteil war gegen Kroatien und Polen schon gewaltig. Aber die Deutschen wird er am Montag erdrücken.“

Genau, der Heimvorteil: Der war nämlich gegen Kroatien schon so erdrückend, dass die gleiche Zeitung (Österreich), für die Krankl seine Kolumnen schreibt, am Montag nach dem ersten Spiel titelte: „Böse Überraschung. Mehr Kroaten als Österreicher im Stadion. Österreich hatte ein Auswärtsspiel.“

Es würde daher auch nicht verwundern, wenn die Deutschen Fans es ebenso geschafft hätten mehr Tickets als die Österreicher für das Entscheidungsspiel zu ergattern. Zum Public Viewing in Wien haben sich bereits 40.000 Deutsche angemeldet. Und wenn die Überlegenheit dann nicht nur auf den Rängen im Stadion, sondern wie zu erwarten ist, auch auf dem Spielfeld um sich greift, schrumpft am Ende vielleicht auch wieder die Angst der Deutschen vor der Fußball-Großmacht in rot-weiß-rot.

Besser schon vorher feiern

Die Wiener Zeitung sieht das Duell im Gegensatz zum Boulevard jedoch etwas realistischer. Sie empfiehlt den Fans schon mal vorher zu feiern. „Man feierte das unverhoffte Remis, als wäre es ein Sieg gewesen, man feierte einander und vor allem das Entscheidungsspiel gegen Deutschland. Besser man feiert es vor, da ist man auf der sicheren Seite.“ So weiß auch Josef Hickersberger bei all der Angst und Schrecken, die und den die Österreicher verbreiten, dass das Spiel nicht einfach wird.
Und in seiner Begründung, warum es nicht einfach wird, ist der erfahrene Trainer auch um einiges klüger als sein junger (0 – Tore -) Schützling Harnik.

Eine Nacht darf noch geträumt werden

„Deutschland ist eben Deutschland.“ Und da der dreifache Welt- und Europameister nur sehr selten entscheidende Partien zu verlieren pflegt, bleibt den Österreichern dann wohl doch nur der Traum vom „Wunder von Wien“ – noch ganz genau eine Nacht.

Fan-Fotos vor dem Showdown:
http://www.fussballwahnsinn-oesterreich.at/index.php?option=com_imagebrowser&folder=Vorschau+zum+Showdown&Itemid=58

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Riesenparty in rot-weiß-rot nach 1:1-“Sieg“ gegen Polen

Juni 19, 2008
Die Nachspielzeit im zweiten Gruppenspiel gegen Polen wird, wie bei der WM in Deutschland vor zwei Jahren, zur Initialzündung einer riesigen Euphorie.

Sie können es also doch. Ähnlich wie bei der WM 2006 in Deutschland war es die Nachspielzeit im zweiten Gruppenspiel und ebenfalls hieß der Gegner Polen, der ein Land in kollektiven Jubelzustand hievte. Donnerstag Abend hießen die Helden nicht Neuville und Odonkor, sondern Prödl und Vastic.

Alter Mann ganz groß

Irgendwann zwischen der 93. und 95. Minute verwandelte ausgerechnet Ivica Vastic (damit der älteste Torschütze einer EM-Endrunde) den fälligen Elfmeter. Der von den Zuschauern immer wieder geforderte Goalgetter vom LASK zeigte keine Nerven und bewahrte Österreich damit vor dem fast sicheren K.O.
So weit hätte es nicht kommen müssen. Die Österreicher waren über lange Strecken das mit Abstand bessere Team, nutzten aber ihre ausgezeichneten Chancen nicht und gerieten durch ein extrem unglückliches Tor in Rückstand.

1:1 gewonnen

Zwar gelang den Österreichern gegen Polen am Ende nur der Ausgleich im Gegensatz zu Deutschland vor zwei Jahren, als diese gewannen. Das 1:1-Unentschieden wurde am Ende aber wie ein Sieg gefeiert. Nicht nur der erste Treffer überhaupt bei einer EM-Endrunde wurde bejubelt, die Aussicht auf ein zweites Cordoba euphorisierte und elektrisierte die Mengen auf den Public Viewing – Plätzen zunehmend.

Finaleeeeee, Finaleeeeeeeeee

Die Österreicher müssen dabei aber etwas falsch verstanden haben. So hallte es über den Salzburger Residenzplatz von nun an „Finaleeee, Finaleeee!“. Damit müssen sie wohl gemeint haben, dass es sich hierbei natürlich nicht um das tatsächliche Endspiel handelt, sondern nur exklusiv um ihr letztes Spiel. Nicht sieges-, sondern „unentschiedentrunken“ (das sicherlich höchste der Gefühle bei dieser EM bei den Österreichern) hallten von nun an Sprechchöre wie „Immer wieder Österreich“, „so was hat man lange nicht gesehen, so schön so schön“ und sogar „Deutschland ist ein Punktelieferant“ über den Residenzplatz. Ausgerechnet auf dem sonst so verträumten Platz, auf dem normalerweise nur die Fiaker-Pferde ihre Rossknödel „ablegen“, während sie auf die Touristen warten.

Die A-Mannschaft kann noch ein paar Tage bleiben

Punktelieferant war Deutschland an diesem Tag tatsächlich. Im ersten Spiel des Tages unterlag die Deutsche Elf Kroatien mit 1:2 und hält das Spiel am Montag damit aus eigener Kraft spannend. Denn wie langweilig wäre es doch im letzten Spiel geworden, wenn Österreich – weil längst ausgeschieden – nur noch eine B-Elf auf den Platz geschickt hätte. Die A-Mannschaft (von der sich ein Großteil in der fußballlosen Jahreszeit etwas nebenher als Skilehrer oder Liftboy dazuverdient) wäre höchstwahrscheinlich schon wieder geschlossen zur Vorbereitung auf die Wintersaison abkommandiert worden. Schließlich wachsen sich Ski und ölen sich Skilifte nicht von alleine. Und auch in der elterlichen Pension in Tirol müssen die meisten beim Betten aufschütteln helfen.

Vor allem wenn man den ganzen Sommer mit diesem komischen Ball rumgekickt hat, muss man sich auch erstmal wieder an seine Ski gewöhnen. Da ist es gut, wenn man mit dem Wedeln wieder so früh wie möglich beginnt.

Nun sind die Österreicher aber bis Montag noch im Turnier und können sogar aus eigener Kraft – haha – das Viertelfinale erreichen (oder wie der Österreicher sagt: den Aufstieg schaffen).

Rot-weiß-rote Party

Respekt an dieser Stelle aber doch einmal an das Salzburger Publikum. Sie verwandelten am Donnerstagabend die Public Viewing Arena und anschließend den Rudolfskai (Salzburgâ019 s Ausgehmeile) in einen rot-weiß-roten Ausnahmezustand.
Davon konnte man in der Innenstadt drei Stunden vor Spielbeginn noch nichts ahnen. Von EM war den ganzen Tag über nichts zu spüren. Während und nach der Live-Übertragung konnte man aber Zeuge von durchaus überschäumender EM-Atmosphäre werden.
Der Residenzplatz war bis auf den letzten Platz gefüllt und fast vollständig in rot-weiß-rot getunkt.

Glück für die Deutschen

Es fanden sich nur vereinzelt ein paar schwarz-rot-goldene Farbtupfer, die sich nach dem ersten Spiel der Häme der Kroaten und teilweise auch der Österreicher aussetzen mussten. Den (aufgrund der Niederlage gegen die Kroaten) zunächst traurigen Mienen, konnte man jedoch schnell wieder die Angst vor dem vorzeitigen Ausscheiden ausreden. Im letzten Gruppenspiel geht es schließlich gegen Österreich.


Das FuWaÖ-Quiz – Was stimmt hier nicht?

Juni 19, 2008

Die Euphorie und Anspannung ist in der Mozartstadt knapp drei Stunden vor dem vielleicht entscheidenden Spiel von Österreich klar zu spüren. Es knistert förmerlich, die Menschen sind gebannt, aber feiern trotzdem ihre Heim-EM.

Salzburg präsentiert sich heute schon den ganzen Tag in rot-weiß-rot. Eine Augenweide für den Außenstehenden. Fröhlich tanzende Menschen singen dazu gut gelaunt „Immer wieder, immer wieder Österreich!“ und „Hey hey Hicke!“. Es gibt nur eine Umschreibung für das, was sich hier abspielt: Gänsehaut-Atmosphäre!

Das ist natürlich Quatsch. Es ist so gut wie nichts los in Salzburg. Vergleichen Sie die Bidler
(Bilder gibt’s hier zu sehen: http://www.fussballwahnsinn-oesterreich.at/index.php?view=article&catid=35%3Akolumnen&id=62%3Adas-fuwaoe-quiz&option=com_content&Itemid=57)
von der tatsächlichen EM-Stimmung am Dienstag, als die Schweden bei ihrer Invasion eine Riesenparty feierten, mit heute (Donnerstag). Es war vorrauszusehen, dass Salzburg nicht zur Stimmungshochburg wird, aber dass es so schlimm wird, hätte man nicht mal gedacht.

(Bilder gibt’s hier zu sehen: http://www.fussballwahnsinn-oesterreich.at/index.php?view=article&catid=35%3Akolumnen&id=62%3Adas-fuwaoe-quiz&option=com_content&Itemid=57)

Bild 1: Den ganzen Tag feiern am Dienstag die Schweden ihre gelb-blaue Invasion. Sie nehmen sogar vollständig das traditionelle Café Tomasseli ein, schmücken es mit Fahnen und feiern davor auf dem Alter Markt.

Gleiche Stelle am Donnerstag um kurz vor 17 Uhr. Der EM-Gatsgeber hat in wenigen Stunden sein vielleicht entscheidendes Spiel. Kein Fan zu sehen.

Dienstag: Auf dem Kapitelplatz feiern die schwedischen Fans eine Riesenparty.

Donnerstag: Eine Band spielt vor ca. acht Menschen.

Dienstag: Massenpilgerung durch die Sigmund-Haffner-Gasse.

Donnerstag: Niemand, der etwas mit Fußball am Hut hätte, ist zu sehen.

(Bilder gibt’s hier zu sehen: http://www.fussballwahnsinn-oesterreich.at


Salzburg ist komplett gelb-blau

Juni 19, 2008
Der erste Spieltag der EURO findet heute in Salzburg sein Ende. Und da heißt es für die Salzburger: Aufpassen und lernen.
Denn heute geht es richtig ab in der Mozartstadt. Salzburg ist komplett – nein, nicht weiß – violett (so der Schlachtruf des traditionellen Salzburger Fußballvereins), sondern gelb und blau.

Alles in gelb und blau

Vor allem die Schweden prägen seit den Morgenstunden das Bild der historischen Altstadt. In so gut wie jedem Straßencafe sitzen Menschen in gelb-blauen Trikots. Das hat das traditionsreiche Café Tomaselli wohl so auch noch nicht erlebt.
Fahnen hängen am Brunnen am Alter Markt und die Schlachtenbummler sorgen schon jetzt für prickelnde Fußballatmosphäre mit ihren Schlachtrufen: „Heja Sverige!“.

Tolle Stimmung durch „günstiges“ Bier

Die Schweden sind ohnehin schon seit Samstag die Stimmungsmacher Nummer Eins.
Von mittags bis tief in die Nacht erfreuen sich die fröhlichen Skandinavier vor allem am Bier und sind dabei besonders glücklich über die günstigen Bierpreise von 4,20 EUR. Das ist ausnahmsweise mal kein Spaß! Im Gegensatz zu den heimischen Bierpreisen ist das für die Skandinavier tatsächlich ein Schnäppchen.

Kulturliebhaber König Otto in der Kulturstadt

Aber auch die Griechen – der Gegner der Schweden am heutigen Abend – machen sich mehr und mehr mit „Hellas“-Rufen und einem recht großen Anhang in der Stadt bemerkbar. Gespannt, etwas unruhig, aber gut gelaunt warten die Anhänger des amtierenden Europameisters auf den nächsten Streich von Otto Rehhagel. Wie dieser Streich aussehen wird, das ließ Rehhagel gestern bei der Pressekonferenz noch offen. Der schilderte den Journalisten aber gut gelaunt und lachend, dass er mit sich im reinen ist und verkündete: „Ich habe eine schöne Familie. Ich bin immer noch mit meiner Beate verheiratet – schon 43 Jahre. Was kann mir da noch passieren?“

Vorbild für die Österreicher

An dieser positiven, über den ganzen Tag andauernden EM-Stimmung, könnte sich auch der Gastgeber (zumindest in der Mozartstadt) ein Beispiel nehmen. Obwohl Österreich schon sein erstes Spiel hinter sich hat, war die Stimmung am Sonntag nicht annähernd mit der heutigen zu vergleichen.
Zwar ist das Wetter heute bedeutend besser, aber die Österreichischen „Fans“ kamen erst kurz vor Beginn des Spiels und als kurz vor der Halbzeit ein 4 ½ Minuten dauernder Regen einsetzte, verschwanden auch schon wieder eine nicht unwesentliche Zahl der Besucher. Und sie kamen auch nicht wieder.

Noch nicht einmal „Party statt Pokal“

Für die Atmosphäre war das frühe 0:1 zwar sicher nicht förderlich, Stimmung kam aber während der ganzen 90 Minuten kaum auf. Kaum hörbare Schlachtrufe oder Anfeuerungen, die Nationalhymne können oder wollen in Österreich ohnehin nur die wenigsten mitsingen und es sind einfach zu viele Menschen da, die noch nie ein Fußballstadion von innen gesehen haben. Woher sollen sie dann wissen, wie man sich als Fan zu verhalten hat. Also steht die Mehrzahl meist nur ein bisserl herum und grantelt ein wenig vor sich hin.
Ausnahmen gibt es aber auch. Abgesehen von der Stille sieht man doch ziemlich viele rot-weiß-rote Fahnen in den Händen oder als Fähnchen-Malerei auf den Wangen.

Noch zwei Spiele – oder vielleicht doch mehr – bleiben den Österreichern, um das einmalige Event zu einer großen und unvergesslichen Sache zu machen. Denn bisher traf nicht einmal der Slogan „Party statt Pokal“, den sich einige Jugendliche auf ihr T-Shirt gedruckt haben, zu.

Rot-weiß-rot oder weiß-rot-weiß – oder wer weiß es?

Immerhin erreicht die Stimmung mittlerweile auch die Biergärten und ihre Bediensteten. In einem Braustüberl wollte der aufmerksame Kellner besonders kreativ sein und steckte einer Bekannten drei Strohhalme mit den Worten: „Hier, wegen der EM“, in die Limo. Die Strohhalme waren weiß-rot-weiß. Das klappte also leider noch nicht ganz. Österreichs Farben sind nämlich rot-weiß-rot. Aber es bleiben ja noch sechs Tage zum üben.
(nh)

Fotos – u.a. ein gelb-blaues Mozarthaus – gibts hier:
http://www.fussballwahnsinn-oesterreich.at/index.php?view=article&catid=35%3Akolumnen&id=56%3Asalzburg-ist-komplett-gelb-blau&option=com_content&Itemid=57

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Public Viewing in Salzburg

Juni 19, 2008
Nun hat sie also begonnen, die Euro. Lang genug haben die meisten darauf hingefiebert – und lang genug haben viele Österreicher versucht, sich dagegen zu wehren. Ohne Erfolg.

Und so stehen nun auch die Bühnen und Leinwände fürs Public Viewing – in Salzburg z.B. mitten in der historischen Altstadt. Und weil die Stadien in Österreich schon so klein sind, haben sich die Veranstalter gedacht, schauen wir doch, dass die Public Viewing Plätze sich diesen anpassen und nicht größer werden.
Mit Ausnahme von Wien. Hier geht es natürlich auch nicht ohne Murren bzw. Granteln – wie der Österreicher sagt – der Anwohner. Einige schöne und große Plätze finden sich in der Hauptstadt für das gemeinsame Fußballschauen. Leider wurde auf der Donauinsel das geplante Event abgesagt.

Die kleinen EM-Städte bieten nur wenig Platz. Klagenfurt maximal 28.000 Zusehern, Salzburg erlaubt 25.000 Menschen bei diesem Spektakel dabei zu sein und trotz schöner Lage toppt Innsbruck alles. Hier können am Bergisel gerade einmal 15.000 Menschen den Spitzenleistungen der Heimelf zuschauen. Gut, dass sich England nicht qualifiziert hat. Bei geschätzten 7.000 Tickets fürs Stadion, die an die jeweiligen „Fangruppen“ (bzw. Ausgelosten „zur Euro geh ich auch mal ins Stadion“-Leuten) herausgegeben wurden, hätten unsere Freunde von der Insel an jedem Spieltag alle drei Städte gleich alleine voll gemacht. Mal sehen wie viele Deutsche den Sprung über die Grenze wagen. Aber auch die Portugiesen haben einige feierlustige Anhänger mit dabei. Beim ersten öffentlichen Training kamen 12.000 Fans. Auch wenn sie in der Schweiz spielen, zum Vergleich, in Innsbruck hätten dann noch knapp 3.000 Einheimische Platz.

Schwaches Rahmenprogramm

Natürlich ist man sich von Veranstalterseite nicht ganz sicher, ob die 3.000 auch alle für so ein Event wie die Euro kommen würden. Deshalb gibtâ019s als Rahmenprogramm auch gleich ein Schanzen-Matten-Springen. Das Rahmenprogramm hat es auch in Salzburg in sich. Am 28. Juni – also 12 Tage nach dem Ausscheiden des Gastgebers – kommt die Lungauer Bigband. Ein echter Leckerbissen. Die Kastelruther Spatzen waren den Veranstaltern wahrscheinlich ein bisserl zu international.

Es wird eng

Bis zum 28. Juni braucht man sich um Platzprobleme dann auch bei gesichertem Scheitern der Österreicher in der Vorrunde auch keine Gedanken mehr zu machen. Höchstens wenn die feiernden Deutschen schnell mal über die Grenze kommen wollen, um in der Mozartstadt das Endspiel mit der eigenen Mannschaft zu sehen. In der Vorrunde dagegen könnte es vor allem in Salzburg ganz schön eng werden. Bei dem ohnehin begrenzten Raum auf den drei kleinen Plätzen (wovon auf dem Mozartplatz gar keine Leinwand steht) hat sich der Veranstalter putzigerweise einfallen lassen, derart viele weiße Zelte aufzustellen, dass die Stehfläche noch einmal halbiert wird. Gut gemacht. Man weiß auch gar nicht ob es sich dort um Public Viewing oder einen lustigen Werbe-Parcours handelt. Alle Sponsoren haben gefühlt so viel Platz bekommen, wie die anderen 25.000 Menschen, die dann ihre Produkte kaufen sollen. Nein, Verzeihung, die sich dort ein Fußballspiel ansehen wollen.

Am gestrigen ersten Tag der EURO wäre man in Salzburg allerdings auch mit weniger als der Hälfte des Platzes ausgekommen. Zumindest bei dem Spiel um 18 Uhr hielt sich das Interesse sehr in Grenzen. Das zweite Spiel Portugal gegen die Türkei wurde dann – in Salzburg – schon recht ordentlich besucht. Die Spiele heute von Österreich und Deutschland versprechen (aus der WM06-Erfahrung) den Rahmen zu sprengen.

Das Problem mit dem Bier

Platzprobleme sind also vorprogrammiert, dass das Bier ausgeht, wohl eher nicht. Erstens darf der ortsansässige Bier-Riese beim Public Viewing natürlich kein Bier anbieten. Und das passt den meisten Salzburgern überhaupt nicht, dass sie nicht ihr gewohntes Bier zu den Spielen genießen dürfen. Und der auswärtige Anbieter hat sich gedacht: Wenn ich hier schon mein Bier und nicht das Salzburger Bier verkaufe, dann passe ich mich wenigstens preislich den Salzburger Verhältnissen an – und setze noch einen drauf. Der Becher Bier kostet 4,20 EUR. Na dann Prost. (nh)